Vor dem Auftritt

Das Theater war meine Welt, dort war ich zu Hause. Vor eineinhalb Jahren habe einen Text geschrieben, der als Epilog für mein Buch gedacht ist, das ich bislang nur in Teilen geschrieben, aber noch nicht vollendet habe. In dem Buch verarbeite ich meine eigene Ballettgeschichte mit all den gemachten Erfahrungen aus der Innensicht einer Tänzerin. Der Epilog, den ich hier gerne teilen möchte, beschreibt die halbe Stunde vor dem Auftritt bis zum tatsächlichen Beginn der Vorstellung...

Berlin oder Die Frage nach der eigenen Identität

Identität, Zugehörigkeit und Verwurzelung - woran macht man das eigentlich fest? Ist es der Ort, an dem wir geboren wurden? Oder das Land, die Sprache, Kultur, Familie oder Freunde? Ist die Identität automatisch damit verknüpft, wo man seine Kindheit verbracht hat und sozialisiert wurde?

Abschied von der alten Kastanie

Es war ein krachendes Rauschen, dass uns heute Morgen kurz nach Sechs fast zeitgleich aus dem Schlaf riss. Als wir wenig später im Garten standen und rüber zum Friedhof schauten, war da, wo gestern noch die alte Kastanie stand, ein großes Stück Himmel und ein freier Blick auf eine rückseitige, backsteinfarbene Häuserwand...

Die Geräusche des Tages

Morgens barfuß im taufrischen Gras laufen. Seit drei Jahren ist dies mein Ritual. Ich liebe es und brauche diesen Moment förmlich, um den Tag zu beginnen. Die von der Nacht noch feuchte Luft einatmen, begleitet vom Gezwitscher der Vögel, das zu dieser Zeit noch wie ein großes Konzert anmutet. Alles in den Morgenstunden hat eine besondere Qualität, die sich mit dem Voranschreiten in den Tag hinein verändert...

Fenster zum Hof

Ich liebe diesen Platz, dieses Fenster zu unserem geschenkten Paradies. Wenn ich nicht draußen auf der Bank unter dem Fliederbaum sitzen kann, weil es zu frisch ist, dann bin ich Bad, mit weit geöffnetem Fenster, sauge die taufrische Luft ein, lausche dem Rauschen der großen, erhabenen Bäume, die wie ein Wald auf dem angrenzenden Jüdischen Friedhof stehen...